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<title>Brake-by-Wire</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Brake-by-Wire</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Brake-by-Wire</b> (wörtlich: <i>Bremsen per Kabel</i>) bezeichnet ein Bremssystem, bei dem das Bremspedal und die Stelleinrichtung an den <a href="Backenbremse" title="Backenbremse">Bremsbacken</a> elektrisch und nicht mechanisch gekoppelt sind. Bei Autos ist die Betätigungseinrichtung, also das <a href="Bremspedal" class="mw-redirect" title="Bremspedal">Bremspedal</a>, und die Übertragungs- und Stelleinrichtung i.&nbsp;d.&nbsp;R. über eine <a href="Hydraulik" title="Hydraulik">Hydraulik</a> gekoppelt, beim LKW hingegen <a href="Pneumatik" title="Pneumatik">pneumatisch</a>. Auch bei einem klassischen Bremssystem gibt es elektronische Eingriffsmöglichkeiten wie <a href="Antiblockiersystem" title="Antiblockiersystem">Antiblockiersystem</a> (ABS) zur Reduzierung der Bremsleistung oder <a href="Notbremsassistent" title="Notbremsassistent">Not-</a> und <a href="Bremsassistent" title="Bremsassistent">Bremsassistenten</a> für die Betätigung oder Verstärkung des Bremseingriffs.
</p><p>Erst der Verzicht auf die <a href="Hydraulik" title="Hydraulik">Hydraulik</a> oder <a href="Pneumatik" title="Pneumatik">Pneumatik</a> macht die Bremse zu einer echten, sogenannten „trockenen“ Brake-by-Wire-Anwendung, da hier keinerlei fluidtechnische Systeme mehr eingesetzt werden.
</p><p>Die <a href="Elektrische_Feststellbremse" title="Elektrische Feststellbremse">elektrische Feststellbremse</a> (anstatt Seilzug) wird nicht als Brake-by-Wire bezeichnet.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="SBC">SBC</h3></div>
<p>Anfang der 2000er-Jahre baute Mercedes für kurze Zeit in einigen Modellen eine <a href="Elektrohydraulische_Bremse" title="Elektrohydraulische Bremse">elektrohydraulische Bremse</a> (SBC) ein. Dabei wird das Bremssignal an eine elektrisch gesteuerte Hydraulikpumpe weitergegeben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Keilbremse">Keilbremse</h3></div>
<p><a href="Siemens_VDO_Automotive" class="mw-redirect" title="Siemens VDO Automotive">Siemens VDO Automotive</a> präsentierte auf der <a href="Internationale_Automobil-Ausstellung" title="Internationale Automobil-Ausstellung">IAA</a> 2005 eine auf der <a href="Keilbremse" title="Keilbremse">Keiltechnik</a> basierte rein elektrische PKW-Bremse, die bis 2010 in Serie gehen sollte. Bis 2022 gab es jedoch keinen Serieneinsatz.
</p><p>Beworben wurde der künftige Einsatz dieser Technologie vor allem mit der Trägheit derzeit verwendeter Medien im Bremssystem. Mithilfe ausschließlich elektromechanischer Lösungen ließen sich demnach kürzere Ansprechzeiten ermöglichen, wobei sich dies auch in den erreichbaren Bremswegen widerspiegeln sollte. In Aussicht gestellt wurde auch eine weitaus günstigere Herstellbarkeit der Brake-by-Wire-Technologie, da bei hydraulischen Systemen im Einsatz befindliche Komponenten wie Hauptbremszylinder, Bremskraftverstärker und <a href="Antiblockiersystem" title="Antiblockiersystem">ABS</a> vergleichsweise aufwändig gefertigt werden müssen. Künftig seien alle Funktionen des Bremssystems per Software realisierbar.
</p><p>Ein sichtlicher Nachteil ist die gesetzliche Vorschrift einer Rückfallebene, so dass im Falle eines Fehlers der Elektronik trotzdem die Bremsen betätigt werden können. Das bedeutet bei der <a href="Elektrohydraulische_Bremse" title="Elektrohydraulische Bremse">elektrohydraulischen Bremse</a> lediglich ein zusätzliches Ventil, das unbestromt geöffnet ist und die Kopplung zwischen Bremspedal und einem Hydraulikkreis (vorzugsweise dem der Vorderachse) wiederherstellt. Bei der elektromechanischen Bremse müssten redundante Signalleitungen verlegt werden und eine zweite <a href="Autobatterie" class="mw-redirect" title="Autobatterie">Batterie</a> zur Verfügung gestellt werden, was einen erheblichen Gewichtsnachteil darstellt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="IBS1">IBS1</h3></div>
<p>Mit dem als IBS1 bezeichneten Integriertem Bremssystem wurde im Jahr 2010 durch die Firma <i>LSP Innovative Automotive Systems GmbH</i> ein elektrohydraulisches Brake-by-Wire Bremssystem vorgestellt, das die Funktionen Bremsbetätigung, Bremskraftverstärkung und ABS/ESP-Funktion in einer kompakten Einheit vereinte. erste Funktionen von autonomen Fahren (<a href="Notbremsassistent" title="Notbremsassistent">Notbremsfunktion AEB</a>) sowie uneingeschränktes regeneratives Bremsen mit Generatoren
</p><p>Revolutionär beim IBS1 war zum einen der kompakte Aufbau der Bremsanlage sowie die Präzision der Bremsdruckregelung durch ein elektrohydraulisches System. Dies wurde realisiert, indem der Bremsdruck durch ein über einen bürstenlosen Elektromotor angetriebenes Kolben-Zylinder-System erzeugt wurde und in die vier Radbremsen über Magnetventile verteilt wurde. Durch einen Wegsimulator konnte der Fahrer komplett vom Systemdruck der Bremsanlage entkoppelt werden, wodurch schon damals der Grundstein für Funktionen wie die elektrische Notbremsung geschaffen wurde. Ferner konnte eine vollvariable Pedalcharakteristik realisiert werden, d.&nbsp;h. ein Systemdruck konnte unabhängig von einer Pedalbetätigung frei variabel und unter Berücksichtigung der Bremswirkung eines rekuperativ wirkenden Elektromotors eines E-Fahrzeuges präzise geregelt oder gesteuert werden. Kern der präzisen Druckregelung war sowohl die Positions- und Drehzahlregelung mittels eines bürstenlosen Drehstrom-Elektromotors sowie eine sehr genaue Modellbildung des Zusammenhangs zwischen Bremsmoment, Bremsdruck und Drehmoment des Elektromotors. Essentielle Bestandteile bei der Modellbildung war der Strom des Elektromotors, Kolbenposition und Druck in der Kolben-Zylinder-Einheit. So war eine Bremsdruckregelung nur durch die Stromregelung des Elektromotors, Kernbestandteil von heutigen Redundanzfunktionen, erstmals möglich. Die ABS-Funktion und das Geräuschniveau auf Schnee, Eis und µ-Split konnte verbessert werden.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Formel_1_und_Formel_E">Formel 1 und Formel E</h2></div>
<p>Seit <a href="Formel-1-Weltmeisterschaft_2014" title="Formel-1-Weltmeisterschaft 2014">2014</a> wird Brake-by-Wire in der <a href="Formel-1-Weltmeisterschaft" class="mw-redirect" title="Formel-1-Weltmeisterschaft">Formel-1</a> eingesetzt, wo das System die Bremskraft elektronisch zwischen der <a href="Rekuperationsbremse" class="mw-redirect" title="Rekuperationsbremse">Rekuperationsbremse</a> und der mechanischen Bremsanlage an der Hinterachse des Fahrzeuges verteilt.
</p><p>Seit der 2018er Fahrzeuggeneration <a href="Spark_SRT_05e" title="Spark SRT 05e">Gen2</a> wird Brake-by-Wire in der <a href="FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft" title="FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft">Formula-E</a> eingesetzt. Dort treibt ein Elektromotor an der Hinterachse das Rennfahrzeug an und kann für eine stärkere Rekuperation wie in der Formel 1 genutzt werden. Das als IBSe bezeichnete Brake-by-Wire Bremssystem verteilt die Bremskraft auf den Elektromotor und das hydraulische Bremssystem. Weil die Energiespeicherkapazität der Batterie begrenzt ist, kommt der Fahrweise und Rekuperationsstrategie großer Einfluss zu.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Karl-Heinz Dietsche, Thomas Jäger, Robert Bosch GmbH: <i>Kraftfahrtechnisches Taschenbuch.</i> 25. Auflage. Friedr. Vieweg &amp; Sohn Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 3-528-23876-3.</li>
<li>Bremsenhandbuch (B. Breuer, K. H. Bill (Hrsg.)): <b>4. Auflage</b>; Dr. Hans-Jörg Feigel, Dr. Anton van Zanten, Heinz Leiber, Dr. Thomas Leiber, Christian Köglsperger, Valentin Unterfrauner: Integrierte Bremssysteme, ISBN 978-3-658-15488-2.</li>
<li>Dr. Thomas Leiber, Christian Köglsperger, Valentin Unterfrauner: „Modulare Bremssystem mit integrierten Funktionen“, Automobiltechnische Zeitschrift, Ausgabe 6/2011.</li>
<li>Christian Köglsperger, Valentin Unterfrauner, Simon Zollisch: „Zukunftsthema Brake-by-Wire: Von der Formel E in die Vorentwicklung neuer Antriebsarchitekturen“, Automobiltechnische Zeitschrift, Ausgabe 2/2020.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.lsp-ias.de/our-innovations/brake-by-wire"><i>Brake-by-Wire: Bremssystem der Zukunft.</i></a> LSP Innovative Automotive Systems GmbH,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 12.&nbsp;Oktober 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ABrake-by-Wire&amp;rft.title=Brake-by-Wire%3A+Bremssystem+der+Zukunft&amp;rft.description=Brake-by-Wire%3A+Bremssystem+der+Zukunft&amp;rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.lsp-ias.de%2Four-innovations%2Fbrake-by-wire&amp;rft.publisher=LSP+Innovative+Automotive+Systems+GmbH&amp;rft.language=de">&nbsp;</span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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